Briefe von Drüben

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Englische Erfahrungen

Sooooooo…

Da sind auch schon wieder zwei Wochen um. Die Zeit fliegt ja nur so dahin! Und unaufhaltsam naehert sich der Tag meiner Abreise. Geradezu tragisch! Aber ich kann mittlerweile sagen, dass diese acht Monate zu den besten meines Lebens gehoerten und ich keine Sekunde bereut habe, dass ich mich vor mittlerweile anderthalb Jahren fuer einen Platz beworben habe.

Die letzten drei Wochen waren wieder durch Besuch, Arbeit, Feiern und neue (in diesem Fall sehr „englische“) Erfahrungen gepraegt.

Ich hatte am vorletzten Wochenende Besuch von meiner lieben Schwester Bettina, die eine Auszeit vom harten Leben als Referendarin nehmen musste und (nach eigener Aussage) grossen Spass in London hatte. Wir waren am Freitag im British Museum und danach in Covent Garden, Trafalgar Square und letztendlich im „Red Lion“ (s.u.) und in der „Bar 101“. Samstag war wieder mal Notting Hill dran (wo Niklas sich schoen mit einer gefaelschten batterielosen Diesel-Uhr uebers Ohr hat hauen lassen) und anschliessend sind wir durch den fantastisch sommerlichen Hyde Park Richtung Zentrum marschiert, wo wir den Tag im oben erwaehnten „Red Lion“ ausklingen liessen. Sonntag war dann (in Bettinas Fall) Shopping im Harlequin Center (s.u.) in Watford angesagt.

In der darauffolgenden Woche ist Niklas mit seinem Kollegium zum Hunderennen nach Romford (oder so..) gefahren. Da sie noch ein paar Plaetze frei hatten und ich Zeit hatte, bin ich mit gefahren. 20£ fuer Busfahrt, Eintritt und „Drei-Gaenge-Menue“ (bisschen schaebbich, aber essbar) sind eigentlich nicht schlecht. Weitere 20£ gingen fuer Getraenke und Wetten drauf. Gluecklicherweise war der Mindesteinsatz nur 1£, sodass „Von Ryan Express“ und seine Sporthundkollegen mich nicht in den Ruin treiben konnten. War auf jeden Fall eine coole Erfahrung und ziemlich unterhaltsam. Und nein, ihr Tierschutz-Hippies da draussen, das ist keine Tierquaelerei. Die Biester sind fuers Rennen und Jagen gebaut und nach ihrer Karriere kommen sie normalerweise in nette Familien, wo sie einen tollen Lebensabend verbringen. Auf mich machten alle Hunde einen gut gelaunten Eindruck. Ganz im Gegensatz zu den Buchmachern, die mit deutlich hoeheren Summen jonglierten, als ich. Habe selten einen groesseren Haufen rot angelaufener Mittfuenfziger kurz vorm Herzinfarkt gesehen.

Meine andere „englische“ Erfahrung war, dass ich ein englisches Auto fuer ca. 1,5 km durch leichten englischen Verkehr gelenkt habe. Die Schaltung auf der linken Seite war eigentlich ziemlich leicht zu bedienen. Ein paar Runden auf dem Parkplatz und ich hatte es drin. Und auch an den Linksverkehr habe ich mich mittlerweile gewoehnt. Aber es ist echt verflixt schwierig die linke Seite des Autos abzuschaetzten. Sprich: Man ist oft recht nah am Bordstein...

Am letzten Wochenende waren wir mal wieder bei Steffen in South Woodford. Diesmal zum angrillen. Das Wetter spielte mit und um ungefaehr 19 Uhr Ortszeit sass ich im T-Shirt (!!!) mit einer Dose (!!!!) Bier im Garten in der Sonne neben einem schmorenden Steak. Grossartig! Der Abend war dann noch recht lang und ich habe wieder einmal feststellen muessen, wie international London ist, da sich dort ein Koreaner, ein Taiwan...er (...ese? Ein Mensch aus Taiwan jedenfalls...), einige Iren, eine Schwedin (die vom Gewicht her auch zwei bis drei Schwedinnen haette sein koennen), eine Brasilianerin, einige Briten und ein paar Deutsche aufhielten. Ich habe verschwommene Erinnerungen, dass im spaeteren Verlauf des Abends auch Karaoke im Spiel war...

Naja, die Woche ist schon wieder in vollem Gange und morgen kommt auch schon der naechste Besuch: Niklas’ Schwester mit einer Freundin und sein Cousin. Also: Full House. Aber das macht ja immer Spass.

Und jetzt zur Erklaerung, was das daemliche „s.u.“ (s.o.) zu bedeuten hat. Ich hab am Wochenende festgestellt, dass Google Earth die Region im Nordwesten Londons aktualisiert hat und Watford jetzt auf einigermassen passablen Satellitenbildern zu sehen ist. Im Folgenden werde ich die Koordinaten wichtiger Orte angeben. Dann koennen alle, die das Programm haben (kann man sich umsonst bei Google runterladen) mal sehen, wo ich hier so rumhaenge. Also los:

1. Rose Cottage, mein Wohnhaus in der Mitte der Sportfelder: 51° 40’ 08.46“ N, 0° 25’ 30.36“ W
2. Die „Watford Grammar School for Boys: 51° 39’ 18.04” N, 0° 24’ 51.55” W
3. Das “Red Lion” (vielleicht auch ein Haus weiter links oder rechts): 51° 30’ 45.01“ N, 0° 08’ 20.34“ W
4. Das „Harlequin Shopping Centre“ in Watford: 51° 39’ 19.93” N, 0° 23’ 36.90” W
5. “Lord Moon of the Mall”, auch mal gerne ein Bierchen dort…: 51° 30’ 23.34“ N, 0° 07’ 29.04“ W

Also: Vielleicht macht es euch ja Spass danach zu suchen. Ich wuensche eine schoene Woche und so weiter, bald sieht man sich wieder,

Peter

3.5.06 14:42

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Nils (16.5.06 00:15)
Guten Tach!

Bin ja mal gespannt wie Du Dich in Deiner alten Heimat wieder eingewöhnst...?!
Wir leben uns ganz gut in Nordhorn ein:
Saßen bereits bei über 30°C über der Vechte im "Sieben" und haben Kaltgetränke genossen. Haben heute von unserem Balkon aus das Feuerwerk zum Abschluss der Mai-Kirmes bestaunt...
Gehen mindestens einmal die Woche auf den Wochenmarkt.
Ach ja, und die wichtigstens Spiele der WM werden direkt auf'm Marktplatz inkl. Fress- und Saufbuden auf Großbildleinwand gezeigt...

Du siehst, wenn Du wieder zuhause bist, dann gibt es außer durch Deutschland reisen und Bekannte besuchen sogar in Nordhorn viel zu tun...

Viele Grüße nach Engeland,

Nils


Bettina (17.5.06 21:56)
Bitte bring mir noch was hübsches mit aus London! So ein "ilovelondon" Button!
Hab irgendwie verpeilt mir so ein Ding zu kaufen..... Genieß die letzten Tage! Ach ja und wenn es nicht zu viel Umstände macht ein six pack diet coke lime... lecker, lecker, lecker

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