Briefe von Drüben

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Frohes neues Jahr!

Ich hoffe, ihr seid alle gut rein gerutscht und habt ordentlich gefeiert. Ausserden hoffe ich, dass euer Weihnachtsfest genau so schoen war wie meins. Schade, dass ich nicht alle von euch sehen konnte, als ich zuhause war, aber in nur fuenf Monaten ist mein Aufenthalt hier auch schon wieder zuende und dann haenge ich im schlimmsten Fall weitere vier Monate in Nordhorn rum. Da hab ich sicherlich Zeit, ein wenig durch Deutschland zu fahren...

Naja, das ist aber nicht das Thema. Die paar Tage, die ich zuhause verbringen konnte, waren aeusserst angenehm. Ich habe viel zu tun gehabt, bin einen Tag in Osna gewesen, hab Freunde in Nordhorn besucht, mit der Familie Weihnachten gefeiert und alles in allem eine gute Zeit gehabt. Desweiteren habe mir ein oder zwei Kilo von den vieren, die ich in England verloren hatte, wieder anfressen koennen.

Am 28. bin ich zurueck geflogen. Ich hatte mir die Reise so schoen geplant und waere danach um ca. 01:00 Uhr wieder im Lande gewesen... leider hatten Ryanair und der Stansted Express etwas gegen diese Plaene. Denn zunaechst ging mein Flug eine Stunde spaeter und dann fiel der daemliche Zug aus, sodass ich mit einem Bus nach London gefahren wurde. Dort fuhr ich dann mit einem Taxi zur Euston Station, wo ich gerade noch den allerletzten Zug des Tages (um 02:00 Uhr) erwischte. In Watford musste ich dann aufgrund meines Gepaecks nochmal ein Taxi nehmen und kam dann schliesslich um ca. 03:00 Uhr in einem auf gefuehlte 5?C abgekuehlten Haus an. Die Fahrt war unterm Strich ausserdem etwa doppelt so teuer, wie die gemuetliche geplante... Naja, bin auf jeden Fall wieder da.

Da mein alter Freund und Kommilitone Niels und seine Freundin in London waren, konnte ich in den naechsten Tagen wieder ein wenig meine Rolle als Touristenfuehrer spielen (was ich ja gerne mache) und an Silvester standen wir dann nach einem gemuetlichem Pubaufenthalt an der Themse gegenueber dem London Eye, wo ich das wahrscheinlich coolste Feuerwerk meines Lbens gesehen habe. War auf jeden Fall eine gute Idee, den Jahreswechsel hier zu feiern.

Der Finanzmensch der Schule (auch ein Peter) hat mich gerade gefragt, ob ich nicht einen Teil von Keiths Job uebernehmen moechte, naemlich das Auf- und Zuschliessen des Sportplatzes und der Umkleidekabinen. Als Gegenleistung koenne ich dann mietfrei in meiner Huette wohnen (sprich: fuer ein paar Minuten Arbeit am Tag 150? mehr im Monat ? keine Frage: da sag ich zu). Im allgemeinen habe ich auch den Eindruck, dass die Leute hier vermuten, dass Keith gar nicht mahr zurueck kommt... Wuerde mich nicht wundern, aber waere doch irgendwie schade. Ist ja doch langweilig so ganz alleine in der Huette mitten im Nirgendwo.

Morgen faengt die Schule wieder an und ich muss mal eben noch ein paar Stunden vorbereiten. Nachher werde ich mich wohl erst einmal mit Niklas auf nen Kaffee/Tee treffen und ein wenig von den letzten zwei Wochen berichten.

Also, ich wuensche euch noch nen schoenen Tag und hoffe, ich hoere von euch.

Bis denne,

Peter

3 Kommentare 3.1.06 13:13, kommentieren

Business as usual

Tach an alle!

Ich habe mich schon seit einiger Zeit nicht mehr gemeldet und das hat gute Gruende: Ich hab nix Spannendes zu berichten. Die Wochen sind immer gleich. Ich gehe vormittags arbeiten, nachmittags treffe ich mich mit Niggl in der Stadt, wir trinken einen Kaffee/Tee, gehen zum Supermarkt, kaufen (je nach Laune) mal Tiefkuehlkost, mal Zutaten fuer ein vernuenftig gekochtes Abendessen und sitzen danach dann in meinem Wohnzimmer vor dem Fernseher. Ab und zu mal unterbrochen von Abenden im Pub.

Am Wochenende trifft man sich vorzugsweise in London. Ein Tag wird mit Feiern, ein anderer mit Kulturerlebnissen (hoert, hoert!) verbracht. Letztes Wochenende waren wir zet Beh im Science Museum, wo alte Dampfmaschinen, Flugzeuge, Autos, Raketen und alle moeglichen Computerspielereien rumstehen. Genau das Richtige fuer Steffen (28) und Peter (27), die wie kleine Jungs durch die Ausstellungssaele gingen und alles grossaeugig bestaunten.

Am Freitag hatte ich Besuch. Wir sind in Watford ausgegangen, haben zu viel Geld fuer den Eintritt in zwei Clubs bezahlt und ein wenig getrunken. Am naechsten morgen gab es ein klassisches englisches Fruehstueck (Spiegelei, Bacon, Wuerstchen, baked beans und frittierten Toast mit dick Butter drauf) im Grossraumeinkaufszentrum meines Vertrauens: "The Harlequin Watford".

Am naechsten Samstag zeichenet sich eine Hausparty beim zuvor erwaehnten Steffen am Horizont ab. Mit Uebernachtung in Woodford (oder so aehnlich...) und allen Schikanen. Mal sehen, wie das wird. Ich hab diese Woche naemlich schon ein ausserplanmaessiges Assistenten-Treffen im Walkabout-Pub in London verpasst, weil die Nachrichten irgendwas von einem Feuer in der Ubahn erzaehlten und ich Schiss hatte, dass ich nachts aufgrund von Ubahnausfaellen nicht nach Hause gekommen waere. Musste ja schliesslich am naechsten Tag arbeiten. Es war uebrigens auch nicht sehr hilfreich, dass Niklas, der nicht mit der Ubahn gefahren ist und deshalb da war, sich ziemlich begeistert ueber den Abend aeusserte. So nach dem Motto: "Tut mir leid, dass ich dir das sagen muss, aber du hast echt was verpasst." Toll.

Ich hab auch einen neuen Auftrag: Wie bereits angekuendigt, uebernehme ich, zumindest fuer diesen Monat, Keith's Job, den Hockeyplatz und das Clubhaus vor meiner Haustuer jeden Tag auf- und Abzuschliessen. Aufgrund von zaehen Verhandlungen meinerseits muss ich das auch nur Montags bis Freitagnachmittags machen. Am Wochenende und auch in den Ferien hab ich also keine Verpflichtungen. Trotzdem wird mir meine komplette Miete erlassen. Das heisst: 150? mehr auf dem Konto diesen Monat. Wenn ich so recht ueberlegen hab ich erst ein einziges Mal Miete bezahlt. Naja, ich beschwere mich nicht.

Also. das war's von meiner Seite. Sauber bleiben und meldet euch mal. Immer schoen was von zuhause zu hoeren.

Bis denne,

Peter

8 Kommentare 13.1.06 14:21, kommentieren

Cambridge!

Schoenen guten Tag!

Mal wieder ein kleiner Zwischenbericht aus England:
Die im letzten Beitrag angekuendigte Party war ziemlich unterhaltsam, allerdings auch ziemlich anstrengend, weil Steffens Mitbewohner noch bis 8 Uhr durchgefeiert haben und ich eigentlich im Wohnzimmer schlafen sollte. Bin dann irgendwann umgezogen und hab noch so ca. drei Stunden Schlaf gefunden. War trotzdem cool. Vor allem das Steak mit Pommes am naechsten Mittag in einem Pub um die Ecke. War naemlich lecker und kostete nur vier Pfund.

Am Montag haben wir uns dann mal wieder zum gezielten Sightseeing getroffen, mit dem Auftrag, endlich mal den Tower zu besichtigen. Unsere hochtrabenden Plaene wurden aber von einem kleinen Schild vereitelt, welches ankuendigte, dass man 14,50 ? blechen muesse, um in den alten Schuppen ueberhaupt rein zu kommen. Wir sind dann auf das "Monument" in der Naehe des Towers gestiegen. Nur 2? Eintritt, dafuer aber ca. 320 Stufen Aufstieg und ein schicker Ausblick ueber die Stadt. Unter anderem auch mit Tower und Tower Bridge im Blickfeld:



Auch der Ausblick ueber die Daecher war sehr eindrucksvoll. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie dicht bebaut London ist:



Danach ging es dann wieder die Wendeltreppe runter. War nicht so anstrengend wie der Aufstieg:



Letztes Wochenende waren wir (nach einem Bier- und Playstationabend am Freitag) mal wieder in London aus und haben auch einen weiteren netten und preiswerten Pub in Soho gefunden, der netterweise von vielen jungen Leuten bevoelkert war.

Das beste war aber unser Trip nach Cambridge am letzten Montag. Was fuer eine wunderhuebsche Stadt! Auf das komplette historische Stadtzentrum verteilen sich mehrere "Colleges", die (,wenn ich das richtig verstanden habe,) alle zur University of Cambridge gehoeren. Ist wohl ungefaehr vergleichbar mit Instituten oder Fachbereichen in deutschen Unis. Zwischen diesen Colleges und den anderen alten Gebaeuden in der Stadt liegen viele Kapellen und Kirchen, sowie einige wunderschoene Parks. Besonders cool ist die Tatsache, dass diese zentralen alten Unigebaeude kaum Seminarraeume und Hoersaele beherbergen, sondern goesstenteils Forschungsinstitute, Bibliotheken, Bueros von Profs und - und das ist besonders cool - Studentenwohnheime. 70% der Menschen, die einem auf der Strasse entgegen kommen sind 20-30 jahre alt, man hoert alle Sprachen der Welt und man kommt immer wieder an alten Gebaeuden vorbei, durch deren buntverglaste Fenster man Studenten in holzvertaefelten Bibliotheksraeumen vor Laptops sitzen sehen kann. Gross-ar-tig! Ich will da auch hin!

Hier zwei Fotos von einem Park und dem Fluss Cam und vom Haupteingang zu St. John's College:





Oh... Soeben kam ein Mensch aus der Verwaltung zu mir und zeigte mir eine Email von Keith: "Looks like I won't be able to return to the UK at all. There is a problem with my work permit. Apparently I'm too old." Dann hab ich den Auf- und Zuschliessjob wohl fuer den Rest meines Aufenthalts... Und keinen Mitbewohner mehr. Naja, was soll's.

Das war's fuer's Erste. Ich meld mich denn wieder,

Peter

5 Kommentare 26.1.06 15:04, kommentieren

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