Briefe von Drüben

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Osterferien Nachlese

Hui! Lange nix geschrieben und viel ist passiert. Ich hoffe, dass ich noch alles auf die Reihe kriege. Ich hatte ja mal wieder kein Internet und war deshalb nicht in der Lage mich ueber die Geschehnisse zuhause zu informieren, meine Emails abzurufen und natuerlich mein Blog zu aktualisieren. Also: Los geht’s!

Einen Tag vor dem offieziellen Beginn der Ferien war ich mit einem Haufen Siebtklaessler in der „Wallace Collection“, der wertvollsten privaten Sammlung von Bildern, Moebeln, Waffen, Ruestungen und sonstigen Kunstwerken Europas (glaub’ ich... zumindest die wertvollste Englands). Vor ungefaehr 100 Jahren wurde die Sammlung dann von der damaligen Besitzerin an die Koenigin und den Staat verschenkt. War sehr beeindruckend, was der Marquess of Hertford da gesammelt hat. Mich haben natuerlich vor allem die alten Schwerter und Ruestungen beeindruckt. Bin ein paar Tage spaeter mit Steffen nochmal da hin gegangen, nur um mir die Sachen anzuschauen, die ich noch nicht gesehen hatte...

Am naechsten Tag waren dann meine Eltern und meine kleine Schwester da. Sie kamen vormittags in Luton an und wir sind direkt mit dem Zug nach Central London gefahren, um den Tag sinnvoll zu nutzen und moeglichst viel zu sehen. Abends in Watford durften wir dann feststellen, dass das Hotel meiner Eltern ziemlich gut war und man bei „Nando’s“ scharfes portugiesisches Essen gibt, das zumindest mir durchaus schmeckte. Am naechsten Tag waren wir wieder in London und haben weitere Sehenswuerdigkeiten abgeklappert und mehr als drei Stunden in der National Gallery verbracht, von der die ganze Familie sehr begeistert war.

Montags sind wir dann in Watford geblieben, haben im Harlequin Center ein wenig Zeit verbracht und (in Mamas und Dorothees Fall) auch eingekauft. Dann ist die Familie - preiswert und praktisch – mit dem Linienbus direkt von der High Street in Watford bis vor die Abflughalle in Luton kutschiert worden.

In den darauf folgenden Tagen habe ich viel Zeit mit Ruediger, Steffen und diversen Besuchern der beiden in London und Londoner Pubs verbracht (mit einem eingeschobenen Playstation- und Star-Wars-DVD-Abend bei mir), um dann am letzten Freitag meine naechsten Besucher Bjoern und Maren aus Luebeck zu begruessen.

Am Freitag war nur noch ein gemuetlicher Abend in Watford angesagt, aber der Samstag war ziemlich lang und ereignisreich und beinhaltete die Standard-Touristentour, ein leckeres (und ehrlich gesagt auch ziemlich scharfes) Mittagessen bei Wagamama, einen Kurzbesuch in Notting Hill und Covent Garden, eine kurze Tour durch diverse Pubs in Soho und wurde mit einem Besuch in einem Club beendet, der lustigerweise „Roxy“ heisst. Die Nordhorner werden wissen, warum das lustig ist.

Als wir dann so um drei hundemuede nach Hause kamen, mussten wir feststellen, dass im Tagesverlauf ein Ball das Fenster zu dem Zimmer zerstoert hatte, in dem die beiden schlafen sollten. Alles voller Scherben. So ein Mist! Wir haben dann grob die Scherben aus den Klamotten entfernt und alle Besitztuemer der beiden Gaeste aus dem Zimmer geholt, die Tuer geschlossen und den ganzen Mist fuer die naechsten Tage vergessen.

Ostersonntag waren wir mal wieder in Camden und ich muss sagen, dass ich es mal wieder richtig schoen fand, obwohl die Maerkte noch voller waren als an einem normalen Sonntag. Die Geaste waren auch begeistert und es was die absolut richtige Idee, sich den Sonntag dafuer aufzuheben.

Gestern sind wir dann recht frueh in Richtung Liverpool Street zum Bahnhof gefahren und haben dort in einem Pub noch etwas gegessen und Chelsea gegen Everton gekuckt. Als ich dann abends wieder nach Hause kam und sehr zufrieden auf die schoenen Ferien zurueckblickte, daempfte Niklas meine Euphorie ein wenig, als er um ca. halb zwoelf von seinem langen Trip nach Deutschland und Cornwall zurueckkehrte und mir ueberschwaenglich davon erzaehlte, wie unglaublich cool doch der Suedwesten sei und dass ich doch einiges verpasste haette. Naja..... Meinen netten Besuch zu empfangen und fast drei coole Wochen in London zu verbringen war sicherlich auch nicht schlecht... und billiger.

Am Donnerstag kommt dann auch schon Bettina und es geht weiter mit Sightseeing und Pubhopping in London. Allerdings geht morgen auch wieder die Arbeit los und solcherlei Aktivitaeten werden wieder auf das Wochenende beschraenkt sein.

Ich meld mich dann wieder, liebe Gruesse nach Deutschland und ganz spezielle Greusse an den Besuch. Schoen, dass ihr alle da wart!

Peter

3 Kommentare 18.4.06 13:08, kommentieren

Besuch Besuch Besuch

Hach!

Die Sonne scheint und prophezeit mir (mit zwei Tagen Verspaetung) den Fruehlingsanfang, nebenan swingt das Schulorchester froehlich vor sich hin, in einer Woche sind Ferien, bald kommt die Familie zu Besuch und ueberhaupt und sowieso bin ich gut drauf.

Gestern haben mich meine Gaeste Jens und Steffi wieder verlassen, um in ihren grauen Alltag nach Deutschland zurueck zu kehren, waehrend ich noch zwei Monate in England vor mir habe... So kann’s gehen
Ist schon beeindruckend, was man in sieben Tagen in London alles schaffen kann, wenn man sich ein wenig Muehe gibt. Die beiden haben folgendes besucht und unternommen:

- das Natural History Museum
- das Science Museum
- des British Museum
- alle Attraktionen, die man gut zu Fuss abklappern kann (Big Ben und die Houses of Parliament, Buckingham Palace, Picadilly Circus, Trafalgar Square, Whitehall mit Downing Street, Hyde Park und alles auf dem Weg dazwischen)
- die Nationalgalerie
- Greenwich und das Royal Observatory
- das Imperial College
- eine Fahrt mit dem London Eye
- St. Paul’s
- die Tate Modern und die Millenium Bridge (mit einem kleinen Schlenker an Shakespeare’s Globe Theatre vorbei)
- eine Tagesfahrt nach Canterbury inklusive einem Besuch in der dortigen Kathedrale und einem Abstecher zur Nordseekueste in Whitstaple
- das Museum of London
- diverse Pubs am Abend
- ein Restaurant in China Town

Mehr faellt mir gerade nicht ein. Wenn ich was vergessen habe, sag doch mal eben Bescheid, Jens!

Ich war in unter anderem in Canterbury mit dabei und muss sagen, dass diese uralte Kathedrale ziemlich beeindruckend ist. Wenn ich recht informiert bin, sollten alle von euch, die „Die Saeulen der Erde“ gelesen haben, mit dem Gebaeude vertraut sein. Das ganze Gelaende ist riesig und man hat wirklich einen tollen Eindruck vom Alter und vor der historischen Bedeutung des Ganzen. Anschliessend waren wir dann noch in Whitstaple an der Kueste und obwohl der kleine Ort eher etwas schaebig war, war es schoen, mal wieder am Meer zu sein und in einem netten Pub/Restaurant Tintenfischringe zu essen (lecker frisch!).

Desweiteren habe ich durch einen Freund von Jens, mit dem wir an einem Abend in London unterwegs waren, eine sehr coole und hierzulande sehr beliebte japanische Schnellrestaurantkette kennen gelernt: Wagamama. Die Atmosphaere in den Laeden ist sehr gemuetlich, obwohl man aufgereit an Baenken sitzt (fast ein wenig wie in einem Oktoberfestzelt). Das Essen ist genial und sehr schnell fertig. Natuerlich gibt es nur japanische Nudelgerichte, Suppen und Sushi und die Preise lassen es nicht zu, dass man allzu regelmaessig dort hin geht, aber ich bin sicherlich nicht zum letzten Mal dort gewesen. Man sollte Wagamama allerdings meiden, wenn man nicht mit Staebchen essen kann... Jens hat sich ein paar Tage spaeter das dazu gehoerige Kochbuch gekauft, um zuhause mal das eine oder andere Gericht auszuprobieren.

So. Uebermorgen ist auch schon wieder Wochenende und naechste Woche sind 16 von meinen 20 Zwoelftklaesslern auf einem Austausch in Mainz, sodass ich noch weniger Arbeit habe. Die Woche drauf sind dann Osterferien. Aber das heisst nicht, dass es dann langweiliger zugeht, da uns in den naechsten paar Wochen weiterer Besuch diverser Freunde und Familienmitglieder bevorsteht (sowohl von mir als auch von Niggl). Darauf freue ich mich schon sehr.

Also dann, einige sehe ich bald, die anderen etwas spaeter, allen aber auf jeden Fall noch ne schoene Restwoche und ein grandioses Wochenende!

Peter

6 Kommentare 23.3.06 14:26, kommentieren

Kleine Englandkunde

Hello again!

Tut mir Leid, aber ich glaube, es ist schon eine ganze Zeit her, seit ich mich letztmals gemeldet habe. Es gab aber auch nicht allzu viel zu berichten. Im Allgemeinen liegt Alltagstrott an. Die Wochenenden werden in London (vorzugsweise im „Red Lion“, unserem neuen Lieblingspub) und Watford verbracht und sind mittlerweile auch ziemlich routiniert. Anders gesagt: Es ist zwar einiges los, aber es gibt nichts wirklich Neues zu berichten.

Ein kurzer Ausflug ist vielleicht noch erwaehnenswert: Vorletzten Montag waren Niklas, Ruediger und ich in Wembley und haben uns das unfertige Stadion angeschaut. Ist schon ziemlich beeindruckend. Allerdings ist es trotzdem ziemlich peinlich, dass die das Teil jetzt wahrscheinlich irgendwann zum Ende des Jahres eroeffnen werden, obwohl der letzte November als Eroeffnungsdatum vorgesehen war. Ein Grund dafuer ist uebrigens, dass angeblich die Haelfte der Arbeiter da den ganzen Tag bekifft ist, wenn man den „Channel 4 News“ glauben schenken darf. Wahrscheinlich gibt’s da na ganze Dealer-Kleinindustrie, nur um die Wembley-Arbeiter zu versorgen.

Jedenfalls sind wir anschliessend nach Neasden (20 Min. per Bus entfernt) zum groessten hindu-Templer ausserhalb Indiens gefahren. Der Tempel ist erst vor knapp zehn jahren eroeffnet worden und ist echt sehr beeindruckend. Von aussen verschnoerkelter Sandstein, von innen verschnoerkelter Marmor und poliertes Edelholz. Hat mir sehr gut gefallen. Leider durfte man drinnen keine Fotos machen, was ich natuerlich respektiere. Auf dem Rueckweg haben wir dann bei IKEA angehalten und erstmal lecker was gegessen und unnoetige Sachen gekauft.

Gestern haben wir einen kleinen innerwoechentlichen Besuch in Central gemacht, genauer gesagt im „Walkabout“ and der Shaftesbury Avenue. War auch mal ganz nett und ich war heute morgen auch voellig fit, weil ich schon um halb eins zuhause war. Kann man eigentlich oefter mal machen.

Mehr habe ich auch gar nicht zu berichten. Vielleicht sollte ich diesen Eintrag dazu verwenden, meine Beobachtungen ueber Land und Leute ein wenig zu vertiefen.

Zunaechst einmal die positiven Seiten Englands und vor allem Londons:

1. Ich liebe die englische Pubkultur. Jeder geht hier in Pubs: Junge, hippe Studenten, alte Herren, die im Kreis am Tisch sitzen und ihr Ale schluerfen, Gruppen von Ladies im Nichtraucherbereich mit Weinglaesern vor sich, Mittdreissigerinnen, die ein Maedels-Treffen machen, Anzugtraeger, die nach der Arbeit der Rushhour in der Tube entgehen wollen und noch kurz auf ein, zwei Lager einkehren... Jeder eben. Zumindets jeder, der aelter als 18 ist. Die meisten Pubs sind urgemuetlich und die Atmosphaere ist immer sehr gut.

2. London hat kulturell unglaublich viel zu bieten. Alle Museen sind umsonst und fantastisch ausgestattet. Im West End gibt es geschaetzte 500 Theater – naja, eher so 30, aber trotzdem... Ich hab zwar noch kein Theaterstueck gesehen, aber das kommt sicherlich noch.

3. Die Englaender sind unterm Strich echt ein freundliches Voelkchen. Zwar gibt es hier auch schwarze Schafe, vor allem unter den durchschnittlichen SUN-Lesern, aber das ist ja in D nicht anders. Bestes Beispiel war letztes Jahr in Watford an einem Samstagabend: Zwei bullige taetowierte und angetrunkene Englaender hatten gehoert, dass wir Deutsche sind (wir waren zu fuenft unterwegs) und sprachen uns an. Wie geht die Geschichte weiter? Nein, wir wurden nicht angepoebelt und verpruegelt. Wir gaben uns gegenseitig ein Runde nach der anderen aus und unterhielten uns ueber Fussball. Echt nette Kerle.

4. Die BBC ist grossartig. Da koennen sich unsere Oeffentlich-Rechtlichen mal ein Beispiel dran nehmen. Die Qualitaet des Programms ist sehr hoch. Es gibt grandiose Dokumentationen (besser als fast alles, was in D produziert wird). Sie haben gute Unterhaltungsshows, die nur selten so grenzwertig daemlich sind wir der Musikantenstadl mit unser aller Liebling-Italiener-Hasser Karl Moik. Die BBC hat immer noch die Rechte an einigen CL-Spielen und sowieso an allen internationelen Spielen, sowie an der Rugby Union und vielem anderen. Fuer ein ausgewogenes Sportprogramm ist also auch gesorgt. Alles in Allem sind BBC 1 und 2, die ich empfangen kann, sehr sehr gut.

5. Irgendwie mag ich mittlerweile die charmanten kleinen Marotten und Traditionen der Englaender. Ich kann jetzt irgenwie verstehen, warum sie alle ihre Queen so lieben. Es ist echt lustig, die Members of Parliament in ihrem ueberfuellten House of Commons sitzen zu sehen und sich gegenseitig zu veraeppeln. Es ist herzallerliebst zu sehen, wie sehr sie ihre zwar recht huebsche, aber auch nicht allzu spektakulaere „Countryside“ vergoettern. Man merkt einfach, dass es sich um einen kleinen Inselstaat handelt, der vor 150 Jahren ein riesiges Reich aufgebaut hatte, immer noch unter dem Verlust der Kolonien leidet und unterschwellig gerne immer noch der Chef der Welt waere. Aber auf ne nette Art.

Nun zu der eher schlechten Seiten:

1. Das Geruecht ist wahr: Der Durchschnittsangelsachse legt nicht allzu viel Wert darauf, gut kochen zu koennen. Zwar gibt es hier mehr TV-Koeche als in Deutschland (Jamie Oliver ist nur die Spitze des Eisbergs!), aber irgendwie hab ich noch nichts davon im Alltagsleben bemerkt. Das macht die Sache um so schlimmer. Staendig sieht man im Fernsehen leckere Sachen, aber in der Schulkantine wird man dann tagtaeglich wieder auf den Boden der Tatsachen zurueck geholt...

2. Das tolle am Gesundheitssystem hier ist, dass es quasi gratis fuer alle ist. Der monatliche Beitrag (National Health Service – funktioniert im Prizip wie ne Steuer) ist relativ gering und darueber hinaus muss man nix mehr zahlen. Dafuer ist der Service selbst aber auch unter aller Sau. Wenn man eine Operation benoetigt, die nicht allzu eilig ist (irgendjemand hatte mir hier vom Beispiel seiner Knieoperation erzaehlt), dann wird man auch gerne mal ein halbes Jahr oder laenger nach hinten verschoben. Es dauert ja schon ewig, einen Termin beim GP (General Practitioner – sowas wie ein Hausarzt) zu bekommen. Der Zahnarzt ist nicht mit drin und muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Deshalb haben hier viele Leute (sogar Fernsehmoderatoren) ganz schlimm schiefe Zaehne. So etwas wie Augenaerzte gibt es auch nicht - Macht alles der Optiker. Da ist mir das deutsche System doch irgendwie lieber...

3. Der Oeffentliche Nahverkehr ist nicht annaehernd so gut wie in D. Am Anfang war es ja noch irgendwie cool mit der legendaeren „Tube“, der London Underground zu fahren. Mittlerweile ist es nur noch aergerlich. Andauernd fallen irgendwelche Linien aus, zur Rush Hour gibt es grundsaetzlich immer Verspaetungen und im Sommer herrschen in den Roehren kuschelige 40 Grad. Ne Klimaanlage gibt’s naemlich nicht.

4. Die ganzen Extrawuerste der Briten gehen mir etwas auf den Senkel: Man faehrt und geht links, misst in feet, miles, inches, stone, puond und anderen krummen Masseinheiten (auch wenn man hier schleichend versucht, das metrische System einzufuehren) und ausserdem bezahlt man noch nicht mit dem Euro, falls das jemand noch nicht mitbekommen haben sollte. Allerdings ist das £ auch irgendwie cool. Ueberall ist Lisbeths Kopp drauf und wenn die mal den Loeffel abgibt, muss man alles neu drucken.

So. Das sind so die auffaelligesten Beobachtungen der letzten Monate. Ich werd jetzt nochmal ein wenig unterrichten, schliesslich liegen bald die muendlichen Pruefungen an und die Jungs brauchen mehr Hilfe als sonst. Das bedeutet zwar mehr Stunden als ich eigentlich machen muss, macht aber auch deutlich mehr Spass. Man hoert voneinander! --- Huch, der Eintrag war ja doch recht lang.---

Peter

PS: Habe gerade erfahren, dass ich schon wieder eine Zusage fuer eine Referendariatsstelle beim Kultusministerium absagen kann... Jetzt waere es nach Stadthagen gegangen. Naja, was soll’s.

8 Kommentare 9.3.06 14:41, kommentieren

Half Term Break 2

Ein herzhaftes ?Gruess Gott? in Richtung Osten!

Die Ferien sind vorbei und der triste und nicht allzu anstrengende Alltag beginnt wieder. Damit geht einher, dass ich wieder Zugang zum Internet habe, was sehr angemehm ist. Ist schon erschreckend, wie abhaengig man in den paar Jahren geworden ist. Meine taeglichen Besuche bei meinem Email-Account, Spiegel.de und diversen anderen Seiten gehoeren irgendwie dazu...

Naja, wie dem auch sei, die Ferien waren sehr cool, wenn auch nicht ganz so erlebnisreich, wie geplant. Der Grund dafuer waren einige leichte Erkrankungen im Bekanntenkreis in Verbindung mit anderen kleineren Widrigkeiten, schlechter Planung, akutem geldmangel bei einigen (nicht bei mit...) und unterschwelliger Bocklosigkeit. Im Endeffekt hat es nur fuer einen Tagestrip nach Oxford gereicht, was aber auch sehr nett war.

Ansonsten waren wir aber noch ordentlich in London unterwegs. Am vorletzten Samstag zum Beispiel in Soho in Pub und Cocktail-Bar (uiuiuiui, teuerteuer, sogar zur Happy Hour) mit einer kraenkelnden Anne. Lustigerweise haben wir dort schon wieder Bekannte getroffen.

Der Besuch in Oxford am naechsten ? nein: uebernaechsten - Tag war ziemlich interessant, obwohl das Wetter unter aller Sau war. Die Stadt ist groesser und etwas dezentraler als Cambridge. Die alten Uni-Gebaeude verteilen sich auf einen groesseren Bereich, aber die Architektur stammt aus derselben Zeit und weist deshalb eine ahnliche Aesthetik auf. Unterm Strich kam es mir etwas ungemuetlicher vor als Cambridge... konnte aber auch am Wetter liegen. Hier ein nettes Bild von einem College inklusive Parkanlage:



Am Dienstag waren wir im ?Bavarian Beer House?, wo wir von deutschen Bedienungen Paulaner und Erdinger vorgesetzt bekamen und ich eine zuenftige Leberwurstsemmel geniessen konnte. Der Umstieg vom englischen 4-Prozent-Pipi-Lager auf ehrliches Bayrisches Bier mit 5 bis 6 Prozent Alkohol sorgte dafuer, dass es mir am naechsten Tag so mittel ging und der Herr Mitbewohner sogar noch fertiger war. Aber lustig war es allemahl, wie man auf dem folgende Bild erkennen kann:



Es war sogar so lustig, dass wir uns vorgenommen haben am Freitag zum Karneval ebenfalls dort hin zu gehen. Mann, mann, mann. In Deutschland wuerde ich nie auf die Idee kommen, Karneval zu feiern, wenn ich nicht gerade in Koeln bin oder so...

Am Donnerstag haben meine Komillitonin und gute alte Uni-Freundin Yvonne und ich es doch tatsaechlich geschafft uns nach viereinhalb Monaten Aufenthalt auf der Insel endlich mal auf nen Kaffee und einen Rundgang durch die Salvadore-Dali-Ausstellung am London Eye zu treffen. Ich hab sogar ein Beweisfoto (man beachte das Tube-Schild im Hintergrund!):



Anschliessend hab ich mich mit einige Bekannten im British Museum getroffen. Das war mein zweiter Besuch in diesem unglaublich coolen Museum und ich stand staunend vor Mumien, siebentausend Jahre alten Bastkoerben, griechischen Bronzeruestungen und aegyptischen Hieroglyphentafeln. Am meisten hat mich aber der Rosetta Stone begeistert, von dem ich gar nicht wusste, dass er im British Museum ausgestellt ist:



Noch irritierter war ich allerdings, als keiner meiner Begleiter wusste, worum es sich dabei eigentlich handelt. Ich meine, das ist jetzt keine Bildungsluecke, die einem die spaetere Karriere verbaut, aber trotzdem... Oder bin ich da einfach nur ueberinformiert?

Naja, der Freitag wurde jedenfalls noch mit einem Besuch in unserem neuen Lieblingspub ?Red Lion? in Soho begangen und so langsam aber sicher schlich sich dann auch schon wieder die naechste Arbeitswoche um die Ecke.

Also, ich wuensche euch allen ne schoene Woche (oder zwei, je nachdem, wann ich wieder was schreibe) und hoffe, dass ihr mich nicht zu sehr vermisst respektive beneidet. Ich weiss, dass das schwer ist, aber da muesst ihr durch .

Bis dann,

Peter

11 Kommentare 20.2.06 15:06, kommentieren

Zwischenbericht

Halloechen!

Es ist mal wieder an der Zeit, euch ueber die Ereignisse auf der Insel zu "updaten".

Ab heute oder morgen habe ich einen neuen Mitbewohner. Niklas zieht in Keiths Zimmer. Ist eigentlich nur konsequent, denn schliesslich war Niggl eh fast jeden Tag zum Fernsehen, Kochen und Rumgammeln da. das bedeutet zwar, dass ich weniger Englisch spreche, aber egal.

Vorletztes Wochenende waren wir auf ner Party in New Cross (bei Greenwich in Suedost-London), die von anne und ihren Mitbewohnerinnen organisiert wurde. War recht amuesant, aber auch ziemlich anstrengend, weil wir mit dem Auto da waren und somit auch dort uebernachteten. Allerdings hatte die Autofahrt auch was fuer sich: Wir haben den Verkehr in (fast) Central London kennen gelernt und sind mit Niggls Punto ueber die Tower Bridge gejuckelt. Muss man ja auch mal gemacht haben.

Am folgenden Montag waren wir dann in der Tate Modern, wo wir intellektuell kuckend vor grossen einfarbigen Bildern standen. Ich war sehr stolz, als ich bekannte Namen wie "Jackson Pollock" oder "Pablo Picasso" las und so tun konnte, als ob ich verstehen wuerde, was ich da sehe. Im siebten Stock der Galerie (ein riesiges Gebaeude! Ehemaliges Kraftwerk oder so...) fanden wir dann ein nettes (teures) Cafe mir einem genialen Ausblick auf die Themse, St. Paul's Cathedral und die Millenium Bridge. Das war ein schoener Tag.

Die Woche verlief einigermassen ereignislos und am fogenden Samstag war ich dann auf einer kleinen Geburtstagsfeier in Watford, die mit einem Besuch in unsere Lieblings-Achtziger-Asi-Disco "Reflex" beendet wurde und am naechsten Tag mit einem leichten Kater bleibenden Eindruck hinterliess. Am letzten Montag waren Anne und ich dann "mal wieder ganz Leute von Welt" (zitat Anne) und besuchten die Portobello Road in Notting Hill (Ja, die aus dem Film), gingen dann kurz einkaufen auf der Oxford Street und schlossen den Tag ab mit einem leckeren Essen und zwei Pints in einem schicken Pub in Soho, in der Naehe der Carneby Street... ach ja: und mit einer neuen netten Erfahrung mit dem besch.... Londoner Oe P N V. Die Bakerloo Line der Tube war mal wieder ausgefallen... Teuer, unzuverlaessig und im Sommer unertraeglich warm: es lebe die Tube!

So. Bleibt noch zu erwahnen, dass ich naechste Woche erstmal Ferien habe und dass wir vielleicht einen Kurztrip nach Wales oder Cornwall einschieben. Ausserdem bekomme ich in den letzten Tagen immer haeufiger Ankeundigungen von Besuch in den naechsten Monaten. Das freut mich sehr.

Man sieht sich,

Peter

2 Kommentare 9.2.06 14:46, kommentieren

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